(c) 29. März 2009 Treffpunkt Flugangst
Autor: Air-Busfahrer
Ein ganz normaler Arbeitstag......
Es ist ein typischer Wintermorgen. bedeckt, etwas diesig, minus 4 Grad.
05:20 auf der A59. Ich biege ab Richtung Flughafen Köln-Bonn, Crew-Parkplatz.
Mein Job: Pilot bei einer Verkehrsfluggesellschaft.
Unser Auftrag heute: zweimal Köln-München und zurück, oder auch „Doppel-MUC“, wie es bei uns heißt, eine typische Tagestour.
Check-In, fliegersprachlich für „Dienstbeginn“ ist um 05:50. Vom Parkplatz gehe ich auf kürzestem Wege zum Personaleingang, wo auch die Sicherheitskontrolle ist.
Dort stehen bereits einige Kollegen und warten.
Ich stelle mich an und hole schon mal das Laptop aus meiner Tasche, lege das Handy, meine Uhr, die Jacke in die Box zum Durchleuchten. Die kurze Wartezeit in der Schlange überbrückt man mit dem üblichen Smalltalk: „ Na, wohin fliegt ihr heute...“
Danach geht es durch die Personenschleuse. Kein Piepen, sehr schön, das erspart mir die Einzelkontrolle. Die Frage warum ausgerechnet das fliegende Personal auch so scharf kontrolliert wird, stellt man sich im Laufe der Zeit gar nicht mehr und läßt die Kontrollen geduldig über sich ergehen.
Am anderen Ende des Förderbandes der Anlage wird alles wieder verstaut und angezogen und ich begebe mich zur nächsten Station, dem Beamten des BGS, oder Bundespolizei wie es seit kurzem heißt. „Nach München.“ sage ich ihm und zeige meinen Flughafenausweis vor, was er mit einem „Danke, guten Flug!“ erwidert und die Türe per Knopfdruck öffnet.
Schnellen Schrittes geht es weiter in Richtung Briefing-Räume, wo bereits einige Kollegen vor Ort sind. Nach kurzer Begrüßung suche ich mir eine freie Dockingstation für mein Laptop. Nach dem Hochfahren, der Netzwerkanmeldung und dem obligatorischen Laden der Updates drucke ich mir zuerst den „Tagesbefehl“, wie ich ihn scherzhaft nenne, aus.
Dies ist eine Übersicht, wo nochmals meine Flüge nebst Flugzeiten und erwarteter Passagierzahlen daraufstehen, sowie eine Liste der Namen der Crewmitglieder und das allerwichtigste: welchen Flieger wir heute haben.
Mit Freuden sehe ich, daß ich heute mit dem Kollegen fliege, der auch geplant war, es hat also keine kurzfristige Änderung gegeben.
Ein netter Zeitgenosse. Wir sind schon oft miteinander geflogen, zuletzt etwa vor 4 Wochen.
Mit ihm stellt sich immer eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre ein, was mir sehr entgegenkommt. Bis dahin also beste Voraussetzungen für einen schönen Arbeitstag.
In der Zwischenzeit ist der Drucker fast fertig mit dem Drucken unserer Flugunterlagen, des sogenannten Briefing-Package.
Fast zeitgleich trifft mein Kollege ein. Auch hier eine kurze Begrüßung und man tauscht die privaten „Updates“ seit dem letzten gemeinsamen Flug aus. „Wie war der Urlaub?“, „Was machen die Kinder?“ Wie weit ist der Hausbau?“ etc...
Dann geht es wieder ans Werk und wir sehen und die Briefingunterlagen an.
Zweimal Köln-München steht wie gesagt für heute auf dem Plan.
Zunächst sehen wir uns die Wetterdaten an.
Köln meldet für den ganzen Tag tiefliegende Wolken, Sichtweiten um 8 km, schwache Winde aus Südwest, mit 30% Wahrscheinlichkeit für leichten Schneefall ab 16 Uhr.
Letzteres betrifft uns nicht mehr und die übrigen Bedingungen sind zwar nicht das, was man gemeinhin als schönes Wetter bezeichnen würde, aber aus fliegerischer Sicht ist das Wetter unproblematisch.
In München sieht es auch gut aus. Wolkenlos, Sichten über 10 km, Winde mit 10 Kt aus Westen, laut Vorhersage etwa gleichbleibend für den Rest des Tages.
In gleicher Weise sehen wir uns die sogenannten „Alternates“ an, also die Ausweichflugplätze.
Es beginnt mit dem „Arrival Alternate“, dem Ausweichplatz falls wir München nicht anfliegen können.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 >>weiter
|