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  Treffpunkt Flugangst - Arbeitsalltag eines Piloten
Wissen: Arbeitsalltag eines Piloten
 

Sofort beginnen unsere Vorbereitungen für den Rückflug und es wiederholt sich das gleiche Prozedere wie zuvor in Köln, diesmal mit vertauschten Rollen. Mein Kollege wird Pilot-Flying sein und ich als Pilot-Non-Flying werde den unterstützenden Part übernehmen.

Während ich mir die signalgelbe Jacke anziehe und mich auf dem Weg zum Außencheck begebe, kommt der Rampagent mit einem urbayrischen „Servus miteinnand`“ herein. Er gibt uns die vorläufigen Passagierzahlen, die Beladungsverteilung und erkundigt sich wann das Boarding der Passagiere beginnen soll.
Während ich den Außencheck durchführe und mein Kollege das FMS programmiert,  ist das    Kabinenpersonal mit der Sicherheitskontrolle der Kabine beschäftigt.
Dabei wird u.a. geprüft, ob alle Sicherheitsgurte intakt sind, die Schwimmwesten vorhanden sind und ob niemand etwas vergessen hat. Letzteres ist besonders für die Sicherheitsbehörden von Interesse, da die „vergessenen“ Gegenstände auch eingeschmuggelte Waffen oder Sprengkörper sein könnten.

Die weitere Vorbereitung läuft reibungslos und wir kommen nach etwa über 30 Minuten Bodenzeit wieder pünktlich in München weg. Das Ein- und Aussteigen hat bei fast voller Maschine etwas länger gedauert, da wir an einer „Brückenposition“ parken und nur der vordere Eingang zur Verfügung steht.

Der Flug verläuft auch problemlos, wir bekommen wieder eine gute Abkürzung, die uns 3 Minuten einbringt und trotz des Gegenwindes eine Ankunft wenige Minuten vor der geplanten Zeit ermöglicht.
Wir bestellen während des Fluges schon die Treibstoffmenge für die zweite München-Tour.
Da auf diesen Flügen weniger Passagiere gebucht sind und die Wetterbedingungen unverändert sind, werden wir in der Summe knapp über 100 kg weniger verbrauchen.
In Köln ist immer noch die Runway 14L in Betrieb.
Aus der Richtung, aus der wir ankommen, würde es etwa 3-4 Minuten sparen auf der Runway 24 zu landen, aber die ist ja leider, wie wir heute morgen in den NOTAM gelesen haben, geschlossen.
Wir kommen trotzdem pünktlich und mit knapp 1000kg Extra-Fuel, etwa 500kg mehr als geplant, in Köln an.
Der Blick auf Köln während des Anfluges bleibt uns heute wegen der Wolken leider verwehrt.

Es folgen wieder 30 Minuten geplante Bodenzeit mit Aussteigen und Einsteigen der Passagiere, den üblichen Vorbereitungen, Auftanken etc.
In Köln läuft es diesmal leider nicht so reibungslos. Beim Boarding fehlen 3 Passagiere, jegliche Aufrufe in der Abflughalle blieben bisher erfolglos. Wir weisen den Rampagenten an, das Gepäck der fehlenden Passagiere suchen zu lassen, da wir keine „herrenlosen“ Koffer mitnehmen dürfen.
Die angeforderten Enteisungsfahrzeuge haben inzwischen Position bezogen.
Es schneit zwar nicht, allerdings haben wir uns beim Anflug durch die Wolken einen Eisansatz auf der Flügeloberseite eingefangen, der bei -3 Grad Außentemperatur trotz des +2 Grad „warmen“ Treibstoffes nicht abschmilzt. Die metallene Struktur des Flugzeugs ist einfach zu sehr ausgekühlt.
Einer der fehlenden Passagiere ist inzwischen aufgetaucht und rennt sichtlich peinlich berührt Richtung Flugzeug.

Das Gepäck der zwei noch fehlenden Gäste wurde indes gefunden und ausgeladen. Wir warten bis zum letzten Moment und geben ihnen noch zwei Minuten, danach würde es dann zeitlich zu eng für uns werden. Die zwei Minuten verstreichen ergebnislos. Wir lassen die Türen schließen geben den „Eisbären“ das Signal mit dem Enteisungsvorgang zu beginnen.
Man läßt nur sehr ungern Passagiere zurück, aber wir müssen auch die Interessen der übrigen Gäste wahren, die gerne pünktlich ankommen würden.

Die Enteisung ist beendet. „...Killfrost MP2000, Typ 2, 50%, 753 Liter“ wird uns von der Enteisungscrew durchgegeben.
Wir nehmen das zur Kenntnis und sehen mit einem Blick in die Tabelle, daß die Holdover-Time im Bereich von einigen Stunden liegt. Bei 4 Minuten Rollzeit zur Bahn sollte das wohl reichen.
Es folgen Push-Back, Triebwerksstart, Rollen zur Bahn und schon sind wir wieder auf dem Weg nach München.

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