Der Verkehr hat mittlerweile spürbar zugenommen, trotzdem bekommen wir wieder einige Abkürzungen. Die Turbulenzen sind auch zur Stelle, allerdings deutlich schwächer als angenommen. Auf der Jagd nach der verlorenen Zeit fliegen wir etwas schneller,allerdings werden unsere Hoffnungen trotz verspäteten Abfluges doch noch pünktlich anzukommen, mit Einflug in den München-Arrival-Sektor zerschmettert.
Wir hören sehr viele Flugzeuge auf der Frequenz und ein Blick auf das TCAS-Display zeigt uns die Flut an weißen Rauten, von denen jede ein Flugzeug darstellt.
Sekunden später kommt wie fast schon erwartet die Anweisung „...reduce speed 230 or less“, also statt unserer 320 Knoten sollen wir auf 230 reduzieren, und das so weit noch vom Platz entfernt.
Das kostet Zeit, genau genommen 5 Minuten, wie unser FMS sofort berechnet hat.
Die pünktliche Ankunft ist damit nicht mehr zu erreichen.
Wir haken es gedanklich ab und konzentrieren uns ohne weitere Worte auf unsere Arbeit.
Zu allem Überfluß dreht der Loste uns wegen der einzuhaltenden Abstände relativ spät auf den Landekurs ein, was nochmals 2 Minuten kostet.
Vor uns fliegt eine Boeing 777, die in der Wirbelschleppenkategorie „heavy“ eingeordnet ist, dementsprechend müssen wir ausreichend Abstand halten um nicht in die von ihr verursachten Luftwirbel zu geraten.
Die Landung verläuft ohne Besonderheiten und wir kommen mit 8 Minuten Verspätung an.
Das Handling klappt gut in München, so daß wir 3 Minuten aufholen und mit 5 Minuten Verspätung ablegen.
Der Flug nach Köln, den ich wieder als Pilot-Flying durchführe, läuft wiederholt reibungslos. Wieder fliegen wir schneller, und zu unserer Überraschung ist die Runway 24 in Köln früher als geplant wieder geöffnet worden. Der Wind aus Richtung 220 mit 9 Knoten ist auch ideal für eine Landung auf der 24.
Nach Änderung der FMS-Programmierung auf die Runway 24 zeigt das FMS an, daß wir pünktlich landen werden. „Was will man mehr. Man darf ja auch mal Glück haben“, denken wir beide ohne es auszusprechen.
In FL160 verabschieden wir uns innerlich vom Sonnenschein und tauchen hinab in das Grau-in-Grau rund um Köln.
Es folgt die vierte Landung für den Tag, die zweite für mich, die letzte für heute.
Wir rollen zum Gate und unterhalten uns auf dem Weg dorthin darüber, was wir heute nach Feierabend noch vorhaben und wohin es morgen geht.
Für den Kollegen steht Schwimmen mit den Kindern auf dem Plan, ich hoffe auf beständiges Wetter und will mich mit dem Mountainbike ein oder zwei Stunden in den Wald begeben.
Der Kollege fliegt morgen nach Zürich und Berlin, bei mir steht einmal Palma und zurück auf dem Plan.
Die Parkbremse wird ein letztes mal gesetzt, die Triebwerke abgeschaltet, die Passagiere steigen aus, wir vervollständigen unsere Flugdokumente, packen die Karten weg und bereiten das Flugzeug für die Übergabe an die nächste Crew vor.
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