Weiterhin probieren wir verschiedene Sicht-Szenarien durch, also Regen, Nebel, ein Gewitter in der Ferne (das sieht echt toll aus!) sowie die Sicht auf die Landebahn bei Tag, in der Dämmerung und in der Nacht.
Alle unsere Landeanflüge finden dann aber bei besten Sichtbedingungen und am Tag statt. Gleich der erste „Kapitän“ schafft alle beide, ich lege danach den Flughafen Frankfurt zweimal virtuell still, und das trotz voreingestellter Geschwindigkeit, auf die ich dann nicht einmal mehr achten muss. Aber entweder ist die Sinkrate zu hoch oder zu niedrig, und bis ich das ausbalanciert habe und dabei begreife, dass man im Prinzip den Sidestick schon loslassen muss, bevor die Rate auf die man will erreicht ist, ist die Landebahn schon wieder viel zu weit rechts (kann hier mal jemand den Wind abstellen?) und war da nicht auch noch was mit Fahrwerk? Ich hab’s nicht probiert, aber der Sidestick reagiert wahrscheinlich schon, wenn man fest draufpustet. Und das Ganze mit der linken statt mit der rechten Hand zu machen war auch vollkommen ungewohnt.
Im zweiten Versuch komme ich aber zumindest auf der Landebahn an, wenn auch mit einem (nicht wirklich kleinen) Hüpfer, und stoße dann auf das Problem des Koordinierens von Lenken und Bremsen. Immerhin steht das Flugzeug nach einer Weile, nur nicht da, wo es soll (aber es ist nicht mehr ganz so weit wie sonst zum Terminal, und der Weg dahin führt landschaftlich 1A über die Wiese). Der trockene Kommentar der beiden Piloten hinter uns lautet dazu nur: „Soviel zum Thema Hollywood und der Schlagzeile ‚Stewardess oder Passagier landen Jet!’ Jetzt wissen Sie mal, wo sie das einordnen können…“
Als wir hinterher in der Nachbesprechung einmal die ausgedruckten Flugkurven anschauen, sieht die zweite wirklich schon viel ruhiger aus als die erste, zwar ist es immer noch keine wirkliche Kurve, aber ein gewisse Lerneffekt ist da, wenn auch alles andere als perfekt. Und die Aussage der Piloten dazu ist, dass es mit wahrscheinlich mit jedem weiteren Versuch etwas „akzeptabler“ klappen würde (akzeptabel aus meiner Sicht und akzeptabel aus Sicht der Passagiere sind aber dabei wohl sicher nicht deckungsgleich). Angst haben mir diese Landeerlebnisse trotzdem keine gemacht. Ja, Berufspiloten haben in der Praxis nur einen Versuch – aber ihre Ausbildung dauert auch länger als 90 Minuten!
Fazit: Diese Stunden im Trainingscenter haben vorrangig einmal enormen Spaß gemacht, mit dem positiven Nebeneffekt, dass ich jede Menge gelernt und ganz viele neue Einblicke bekommen habe. Ein Airbus ist nicht annähernd so empfindlich, wie man vielleicht glaubt – das Flugzeug kommt bei einem normalen Flug von A nach B nicht einmal annähernd an die Grenzen von dem, für was es gerüstet wäre. Für alles gibt es ein Sicherungsnetz, und dann wiederum für das Netz ein Netz, und so weiter. Was die Piloten betrifft, da ist mir ein Licht aufgegangen, wie wichtig da vorn Teamwork ist, und wie viele Abläufe es gibt, die gelernt und beherrscht und quasi „automatisiert“ werden müssen… Respekt.
Mir ist auch jetzt schon vollkommen klar, dass ich das auf jeden Fall irgendwann mal wiederholen möchte, vielleicht mit einem anderen Flugzeugtyp oder einer anderen Art Training, wo ein bisschen mehr Zeit ist.
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