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Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Hier gehört alles rein was mit dem Thema Flugangst zu tun hat und in keine andere Kategorie passt.

Moderator: Jürgen

Jillxx
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Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jillxx » Samstag 5. Januar 2019, 20:09

Ein herzliches Hallo an alle!

Ich habe schon öfters mal einen Blick hier ins Forum gewagt und mir einige Sorgen anderer Leute und deren anschließender positiver Erfahrung bei Überwindung zu Gemüte geführt. Da es bei mir jetzt jedoch auch "endlich" mal konkret wird, nämlich am 18. Januar morgens um 6 Uhr von Düsseldorf nach Wien, möchte ich mich gerne auch mal an euch wenden mit meiner "Geschichte".

Als Kind bin ich super gerne geflogen - es war das größte für mich. Das letzte Mal jedoch flog ich mit 14/15 und jetzt bin ich 22. Da mein Freund in Österreich wohnt und ich in Deutschland und somit oft pendeln angesagt ist, bietet sich rein logisch betrachtet das Fliegen nur an! Theoretisch klingt das auch super. Letztes Jahr habe ich dann ganz entspannt meinen Flug dorthin gebucht und habe mir rein gar keine Sorgen gemacht. Je mehr Tage verstrichen und der Abflug näher rückte, desto mehr haben sich meine Gedanken wie verrückt selbstständig gemacht, wie etwa: "Was ist, wenn du eine Panikattacke kriegst?" (kenne ich leider, aber nicht vom fliegen), "Was ist, wenn du panische Höhenangst kriegst?", "Was ist, wenn dir schlecht wird und du einfach nur raus willst?" Tja, und dazu kam, dass es mein erster Flug alleine gewesen wäre. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe storniert, bin wie immer über 9 Stunden mit dem Zug gefahren (Flug ist nur 1 Std. 15 ca.).

Da sich nun meine private Situation was ändert und die Zeit auch knapper wird, ist Zug auf lange Sicht keine Option mehr. Abgesehen davon nervt mich die lange Fahrt einfach tierisch und jedes Mal gibt es Verspätung oder sonstige Probleme mit der Bahn. Plus kostet eine Strecke so viel, wie Hin- und Zurück mit dem Flugzeug. Eine Bekannte von mir hatte nun angeboten, dass wir am 18. gemeinsam hinfliegen, uns einen Tag Wien angucken und ich am nächsten Tag zu meinem Freund weiterreise und sie wieder zurück fliegt. Gestern habe ich alles für uns gebucht und auch während der Buchung war alles okay. Aber nun kommt doch sehr große Nervosität und in meinem Kopf sind die ganze Zeit Bilder, wie ich im Flieger sitze und wie ich mich fühlen könnte. Eine flüchtig Bekannte von mir ist bei der Fluggesellschaft Stewardess und sie begleitet exakt mit den gleichen Flug, mit dem wir nach Wien fliegen am 18. Und sie weiß auch schon um meine Angst, was gut ist. Sie macht sich wenig Gedanken und ist optimistisch. Ich wünschte, ich könnte das auch was lockerer angehen. Habe mich jedenfalls schonmal mit pflanzlichen bzw. homöopathischen Hilfsmittelchen eingedeckt: Bachblüten Dragees, Globuli Rescue Tropfen und Reiseübelkeitskaugummis.

Bin jetzt natürlich schon dementsprechend aufgewühlt und wünschte, ich könnte durch das "Zerdenken", was mein Kopf da sehr lebhaft fabriziert, meine Angst auf magische Art plötzlich und einfach aus der Welt schaffen - was natürlich nicht funktioniert.

Vielleicht hat ja wer irgendeine Idee, wie ich ggf. etwas lockerer an die Sache gehen kann und die nächsten zwei Wochen nicht ständig darüber nachdenke und mal was besser schlafe.

Vielen Dank und beste Grüße

Hollywood
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Hollywood » Montag 7. Januar 2019, 12:32

Es ist alles nur Kopfsache. Warum du dir diese ganzen sinnlosen Fragen stellst, weiß wahrscheinlich niemand, auch du nicht. Aber du hast es gemacht und nun musst du dich damit auseinander setzen.
Das gute ist, dass du das Ganze problemlos umdrehen kannst und dich fragen: Was ist, wenn meine Ängste vollkommen irrational waren (das sind sie nämlich) und ich einen aufregenden Flug erlebe? Wieso bin ich nicht viel öfter und schon eher geflogen? Wie toll muss es sein, Vielflieger zu sein und das Fliegen ständig erleben zu dürfen?

Für mich klingt es erstmal so, als ob du keine direkte Flugangst hast, d. h. abzustürzen oder dass irgend etwas schlimmes passiert, sondern du eher eine Art indirekte Angst hast, also Angst vor Panikattacken, Höhenangst oder einfach nur die Angst vor der Angst. Wenn dem so ist, hast du das Problem schon mal eingegrenzt und kannst beginnen, dich damit auseinander zu setzen und daran zu arbeiten. Möglichkeiten hierfür gibt es viele: Bücher, Hörbücher, Videos, Seminare oder eine Therapie.

Um nun erstmal kurzfristig eine Lösung zu finden und deinen Flug im Januar als möglichst angenehm zu empfinden, hast du ja selbst schon einige gute Ansätze aufgezählt, die sicherlich nicht schaden. Es ist gut, dass du nicht alleine fliegst. Sprich mit deiner Bekannten vor dem Flug über deine Ängste. Dass du auf dem Flug eine Stewardess kennst, ist ja quasi der Jackpot. Weihe auch sie über deine Ängste ein und nimm jede Unterstützung an, welche dir angeboten wird.

Davon unabhängig lass dir gesagt sein, dass du vor dem Prozess des Fliegens keinerlei Angst haben musst. Du sagst ja selbst, dass du früher gern geflogen bist. An dem Prozedere hat sich nichts geändert - im Gegenteil, mit jedem Jahr welches vergeht, wird das Fliegen sicherer. Ich gehe mal stark davon aus, dass du mit einer Linie aus dem Lufthansa-Konzern fliegst (LH, Austrian, EW, GW). Das sind allesamt tolle und super sichere Airlines.

Alles Gute und viel Erfolg :-)

Jillxx
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jillxx » Montag 7. Januar 2019, 13:22

Hallo!

Vielen Dank für Deine Antwort!

Ja, du hast es richtig erfasst. Ich hatte nie Angst vor dem Fliegen, im Gegenteil. Und habe auch nie Angst an Bord gehabt. Nervös war ich auch als Kind vor dem Flug und habe mich gefragt, wie es wohl wieder werden wird, wie es sich anfühlt (da ich nie regelmäßig geflogen bin, sind die Erinnerungen immer wieder verblasst). Aber als Kind macht man sich da offenbar nicht so extrem viele Gedanken über was wäre wenn.

Genauso richtig hast du meine Problempunkte erkannt. Dass irgendwas mit dem Flugzeug passiert, ist keine meiner Sorgen und mache mir darüber keine Gedanken. Es ist -ebenfalls richtig gesagt- die Angst davor, dass ich Angst oder Panik kriegen könnte, ich zu sehr über die gewaltige Höhe nachdenke, oder oder oder. Also quasi alles, was mit mir als Individuum und meinen eigenen Emotionen zusammenhängt. Nichts faktisches oder technisches. Eine rein emotionale Sache.

Meine Bekannte weiß um meine Angst und deswegen hatte sie vorgeschlagen, dass wir diesen Trip machen und sie das mit mir mal "angeht". Die Stewardess weiß auch konkret, was mich beschäftigt und sie sagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss und wir das definitiv hinkriegen. Zumal die Flugzeit nach Wien nur etwa eine Stunde beträgt, wie sie sagt.

Gerade kam mein Globuli an und bin gespannt, ob es mich etwas ruhiger stimmt :-)

Liebste Grüße,
Jill

clememme
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von clememme » Montag 7. Januar 2019, 19:16

Also,du hast aus Geld und Zeitgründen den Flug der Bahn vorgezogen. Sehr gut, aber doch eher niedere Beweggründe. wäre deine Angst dir gewiss, hättest du aus diesen Gründen NIEMALS den Flug gebucht. Du hättest 45677 Gründe FÜR die Bahn gefunden...meine Prognose: Top Flug und tolle tage in Wien !!! Vienna Calling!

Jillxx
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jillxx » Montag 7. Januar 2019, 19:53

Naja, die Bahn ist viel viel teurer. Wo ich eine Strecke mit der Bahn fahre, fliege ich hin- und zurück. Die Bahn habe ich immer aus Feigheit vorgezogen und während ich im Zug saß, habe ich mich jedes Mal geärgert, nicht geflogen zu sein, weil es einfach super nervig ist, so lange im Zug zu sitzen und weil einfach ein ganzer Tag quasi für nichts draufgeht.

Heute muss ich sagen bin ich gar nicht gut drauf. Die Bilder kreisen und kreisen, wie ich im Flugzeug sitze und wie es losgeht. Heute kocht die Panik ziemlich hoch. Überlege doch zum Hausarzt zu gehen und mir Valium oder so verschreiben zu lassen. Ich habe Angst, dass ich den Flug wieder storniere wie vor einem Jahr. Bin kurz davor.. und fühle mich so feige.

Hollywood
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Hollywood » Dienstag 8. Januar 2019, 10:31

Ich würde dir weder raten zum Arzt zu gehen und erst Recht nicht den Flug zu stornieren.

Ich bin der Meinung, wenn man sich Sachen bzw. Medikamente einwirft, ordnet man sich der Angst unter und bestätigt sie. Nach dem Motto: es ist ja schlimm, also muss ich Medikamente einnehmen. Du bist nicht krank und brauchst keine Medikamente. Du redest dir nur Sachen ein, die nicht existieren und die vollkommen irrational sind.
Wenn du den Flug antrittst, kannst du nur gewinnen. Du gewinnst zunächst einmal Zeit, sparst Geld, hast im Idealfall ein tolles Flugerlebnis und kannst dir sagen: ich lasse die Ängste nicht mein Leben bestimmen. Du bestimmst dein Leben!
Wenn du den Flug cancelst, hast du verloren. Und ich bin mir sicher, dass das deine Ängste in Zukunft nur verstärken wird.

Ich habe zwei kleine akut Tipps für dich, die mir damals auf meinem Weg gut geholfen haben: bei Youtube das Video "Happy Ones I Flugangst? Nie wieder!" Schau es dir ruhig mehrmals an.
Sowie die CD: Hypnose gegen Flugangst von Dieter Eisfeld (soll keine Werbung sein). Die kannst du sogar während des Fluges hören.

Du schaffst das, hör auf zu grübeln, das bringt dich keinen Schritt weiter. Du hast bis zum 18. noch viel Zeit, nutze sie und bereite dich aktiv darauf vor, statt sie mit sinnlosem nachdenken zu verschwenden.
Und Ende Januar erwarten wir hier dein positives Feedback ;)

Jillxx
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jillxx » Dienstag 8. Januar 2019, 11:18

Hallo Hollywood,

Danke für deinen Beitrag. Das Happy Ones Flugangst Video kenne ich schon, aber werde es mir gleich nochmal ansehen. Was ganz amüsant ist - Er spricht in dem Video ja von seinen 3 Lieblingsmomenten beim Fliegen: 1. Wenn das Flugzeug an Fahrt aufnimmt auf der Startbahn 2. Wenn das Flugzeug in die Luft steigt und 3. Wenn man über den Wolken auf einmal blauen Himmel sieht. Lustigerweise oder paradoxerweise waren das auch immer meine Lieblingsmomente und haben mir als Kind/ Teenie immer pure Schmetterlinge im Bauch verursacht.

Interessant ist übrigens auch, dass ich vor meiner Stornierung aufgrund plötzlicher Panik vor dem alleine Fliegen letztes Jahr mehrfach vorher "hobbymäßig" am Flughafen war und mehrfach die Flughafentour am Flughafen DUS gemacht habe. Schon wenn ich da angekommen bin und das Kerosin gerochen habe, war ich komplett euphorisch und glücklich immer :lol:

Ja, von Medikamenten halte ich dahingehend eigentlich auch nichts. Zumal die ja auch genau das Gegenteil im schlimmsten Fall auslösen können. Habe gelesen, dass es sogar manche gab, die nicht mitbekommen haben, was sie tun. Wie eine Art "Filmriss". Das wäre total schlimm für mich, wenn ich was mache, wovon man mir hinterher zwar berichtet, ich aber nicht bewusst mitbekommen habe aufgrund von harten Medikamenten. Überlege, ob ich mir von Abtei die Baldrian Beruhigungstropfen kaufen, ausprobieren und mitnehmen soll (100ml)..

Mein Hauptproblem ist momentan, dass vor allem abends die Gedanken schlimmer werden und ich aus diesem "Gedankenkarussel" nicht rauskomme. Habe es gestern mit Entspannungsmusik probiert. Das ging 5 Minuten und danach habe ich mich im Bett nur umgewälzt und habe dann bis 02:30 Uhr morgens Filme geguckt. Ideen die kreisenden Gedanken zu unterbinden?

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Jürgen
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jürgen » Dienstag 8. Januar 2019, 21:27

Guten Abend,
ich glaube Ihr habt hier schon viele Seiten beleuchtet. Ich stimme zu, dass man der Angst auf dem klassischen Weg begegnen sollte. Das wäre z.B. die Konfrontation mit der Angst / Phobie durch Besuche am Flughafen, eine Flugzeugbegehung und wenn möglich ein kurzes Gespräch mit dem Kapitän.
Auch wenn das heute nicht mehr so einfach ist - ich versuche Passagieren diese Möglichkeit auch heute noch zu geben. Dazu muß ich natürlich wissen, wer Flugangst hat, um auf die Person einzugehen. Ein kurzer Hinweis an die Flugbegleiter hilft da.

Die drei schönen Momente und Schmetterlinge im Bauch sollten Euch Antrieb genug sein an der Sache zu arbeiten und sich Einzulassen.

Jegliche Art von Tranquilizern und Psychopharmaka halte ich für absolut fehl am Platz. Diese Medikamente setzen die Wahrnehmung herab und vermindern die Reaktion. Wenn wirklich mal etwas passieren sollte, können die Besatzungsmitglieder Euch nicht helfen, Ihr werdet zur Belastung weil Ihr nichts mitbekommt und Eure Reaktionsgeschwindigkeit drastisch reduziert ist. Das bedeutet - Ihr gefährdet auch noch andere Fluggäste. Von den rechtlichen Folgen in einer solchen Situation ganz zu schweigen.

Was auch gut hilft ist eine Hypnosebehandlung.

In diesem Sinne allseits einen schönen Flug
Jürgen
Seminarleiter | Flugkapitän und TRI (Instructor)
Airbus A330, A319, A320, A321
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jürgen » Dienstag 8. Januar 2019, 21:28

Guten Abend,
ich glaube Ihr habt hier schon viele Seiten beleuchtet. Ich stimme zu, dass man der Angst auf dem klassischen Weg begegnen sollte. Das wäre z.B. die Konfrontation mit der Angst / Phobie durch Besuche am Flughafen, eine Flugzeugbegehung und wenn möglich ein kurzes Gespräch mit dem Kapitän.
Auch wenn das heute nicht mehr so einfach ist - ich versuche Passagieren diese Möglichkeit auch heute noch zu geben. Dazu muß ich natürlich wissen, wer Flugangst hat, um auf die Person einzugehen. Ein kurzer Hinweis an die Flugbegleiter hilft da.

Die drei schönen Momente und Schmetterlinge im Bauch sollten Euch Antrieb genug sein an der Sache zu arbeiten und sich Einzulassen.

Jegliche Art von Tranquilizern und Psychopharmaka halte ich für absolut fehl am Platz. Diese Medikamente setzen die Wahrnehmung herab und vermindern die Reaktion. Wenn wirklich mal etwas passieren sollte, können die Besatzungsmitglieder Euch nicht helfen, Ihr werdet zur Belastung weil Ihr nichts mitbekommt und Eure Reaktionsgeschwindigkeit drastisch reduziert ist. Das bedeutet - Ihr gefährdet auch noch andere Fluggäste. Von den rechtlichen Folgen in einer solchen Situation ganz zu schweigen.

Was auch gut hilft ist eine Hypnosebehandlung.

In diesem Sinne allseits einen schönen Flug
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Mel78
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Mel78 » Mittwoch 9. Januar 2019, 07:51

Auch von mir ein Hallo,

vieles wurde ja schon gesagt. Bzgl kurze Worte mit dem Kapitän kann ich auch nur sagen, dass so etwas toll ist. Auf meinem ersten Flug mit LH konnte ich nicht einsteigen. Ich fing an zu weinen und eine nette Flugbegleiterin war sofort da. Nachdem ich ihr erzählt hatte, dass es mein allererster Flug ist und ich Flugangst habe, hat sie mich direkt ins Cockpit mitgenommen.

Heute liebe ich das Fliegen, habe meinen Traum von New York verwirklicht und vieles davon habe ich eben auch den vielen Tipps hier aus dem Forum zu verdanken. Dass du hier liest, ist schon mal gut.

Bzgl Medikamente. Das war damals auch meine erste "Idee". Aber davon bin ich eben nach den Schilderungen, die Jürgen auch aufgeführt hat, schnell weg. Zumal ich auch sonst nicht auf Medikamente stehe und das meiste im Leben mit natürlichen Mitteln angehe. Auch auf meinem ersten Flug hatte ich vorab Bachblütentropfen von einer Freundin bekommen.

LG mel

Jillxx
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jillxx » Mittwoch 9. Januar 2019, 08:09

Hallo Mel,

Danke für deine Erzählung. Von heftig wirkenden Chemiebomben halte ich auch nichts, was Medikamente angeht. Mein "Problem" ist aber momentan, dass ich so gut wie gar nicht mehr schlafe und das geht jetzt schon Tage so - mein Körper ist komplett geschlaucht. Und diese Bilder im Kopf, wie ich im Flugzeug sitze und mir pure Panik und Angst überkommt bzw. ich mich auch einfach sehr unwohl fühle, hören nicht auf. Und das ist glaube ich das Hauptproblem, was dann auch zu einer Stornierung führen kann.. dieses vorher Zerdenken, der Kopf steigert sich in Bilder rein und man kann an nichts anderes mehr denken :?

Gestern früh ging es halbwegs mit der Angst. Sie war da, sie war heftig, aber es ging haaaalbwegs. Hatte dann einen Nachmittagsschlaf gemacht, bin dann aufgewacht und war komplett fertig und mein Herz hat so geschlagen und mir war so schlecht. Auf einmal war diese Angst wieder enorm da :roll: War gestern schon wieder kurz davor, zusätzlich "zur Sicherheit" ein Zugticket zu buchen für den Tag darauf, falls ich den Flug nicht antreten sollte... :oops:

Mel78
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Mel78 » Mittwoch 9. Januar 2019, 09:09

Dann versuche es mal mit positiven Bildern ;-)

Ich habe damals zum Beispiel ganz viele schöne Videos zum Thema Fliegen und Flugzeuge geschaut. piloteseye bei Yotube hat so schöne Videos. Oder auch einfach etwas zum Thema Sicherheit. Da sieht man, wie sicher Fliegen an sich ist. Auch, wenn dein Hauptproblem woanders liegt, aber es gibt eben auch etwas Positives in den Kopf.

Vielleicht ist das auch eine Methode für dich.

LG mel

Flug3451
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Flug3451 » Mittwoch 9. Januar 2019, 14:10

Jürgen hat geschrieben: Ich stimme zu, dass man der Angst auf dem klassischen Weg begegnen sollte. Das wäre z.B. die Konfrontation mit der Angst / Phobie durch Besuche am Flughafen, eine Flugzeugbegehung und wenn möglich ein kurzes Gespräch mit dem Kapitän.
Genauso sehe ich es auch. Bitte beachte Jürgen hat geschrieben Flugzeugbegehung, dass ist was anderes als unter dem Druck, denn du gerade empfindest, fliegen zu müssen. Ich habe den Eindruck, du hast noch nicht wirklich einen Plan, wie du deine Angst in den Griff bekommen möchtest. Wie Jürgen schon geschrieben hat, sind Medikamente keine Hilfe dabei. Genug Material hast du von mir bekommen, übrigens dasselbe hat Mel auch damals von mir bekommen. Sie hat es akribisch durch gearbeitet ohne einen Flug vor der Brust zu haben und ist ein halbes Jahr später geflogen. Wir können dir vieles an die Hand geben, aber du musst heraus finden was dir hilft. Anders als Hollywood sehe ich in einer Stornierung keinen Fehler oder gar ein Zeichen der Schwäche. Wenn deine Angst so groß ist, dass du sie überhaupt nicht Händeln kannst, ist es eher unter dem Druck deines Umfeld mutig zu sagen, ich mache es nicht, weil ich noch nicht so weit bin. Fatal und verkehrt wäre es, wenn du nach der Stornierung nicht mehr aktiv gegen deine Angst was tun würdest und nach dem Motto leben würdest, irgendwann geht meine Angst schon. Den Gefallen wird sie dir nicht tun. Angst hat immer eine Geschichte, die man aufarbeiten sollte. Wie lange du dafür brauchst liegt bei dir und kann dir keiner sagen.

Lg
Flug3451

Jillxx
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Jillxx » Dienstag 15. Januar 2019, 10:44

Hallo zusammen,

wollte mich nur kurz bei euch melden. Leider fällt der komplette Trip nach Wien mit meiner Bekannten aus privaten Gründen flach.

Das Thema mit dem Fliegen wird aber dennoch in naher Zukunft angegangen und dann melde ich mich wieder :-)

Flug3451
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Re: Angst vor Angst - Düsseldorf Wien

Ungelesener Beitrag von Flug3451 » Dienstag 15. Januar 2019, 11:52

Schade, nicht um den abgesagten Flug, der kam nach meiner Meinung eh zu früh. Aber deine angesagte Pause halte ich für bedenklich. Pausen, so kurz nach Beginn verführen einen eher seiner Angst weiter aus dem Weg zu gehen. Aller Anfang ist schwer, gar keine Frage. Deswegen wäre es besser, wenn du jetzt am Ball bleibst und die div. Tipps ausprobierst.

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