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Auf Holz klopfen (Keine Turbulenzen seit 23 Jahren)

Luftlöcher gibt es nicht, aber Turbulenzen. Alles hierzu könnt Ihr hier posten.

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pna
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Auf Holz klopfen (Keine Turbulenzen seit 23 Jahren)

Ungelesener Beitrag von pna » Donnerstag 2. Mai 2013, 09:44

Hi,

ich muss da mal ein den Stab brechen für die Kapitäne und alle, die für den Flugbetrieb verantwortlich sind: Ich fliege jetzt seit 23 Jahren (als Passagier) und habe in dieser Zeit (rund fünfzig Flüge) noch nie Turbulenzen erlebt, die ich als beängstigend bezeichnen würde. Ob ich jetzt an Bord eines Airbus war oder einen Boeing, einer Fokker oder MD80, die Auswirkungen von Turbulenzen hielten sich immer in Grenzen.

Mein persönliches Bauchgefühl ist da so geeicht: wenn wir in Turbulenzen reinfliegen, gibt es da diesen Ablauf, der Kapitän sagt durch, dass es jetzt für einige Zeit etwas rütteln wird, man schnallt sich an (ich versuche dann auch immer, keinen Kaffee oder kein Getränk mehr auf dem Tischchen zu haben), klapp das Tischchen hoch, damit ich´s nicht in die Fresse kriege, wenn´s doch ein bisserl wilder hergehen sollte, und warte dann gottergeben ab, bis das leichte Geschwanke vorbeigeht. Turbulenzen machen mir nichts, wenn sie über einen Zeitraum hinweg ihre Intensität behalten, da fällt der für mich eher beängstigende Überraschungseffekt weg. Bei einem Flug von Havanna zurück nach Madrid in einem Airbus A340 der Iberia zum beispiel fing irgendwo über dem Atlantik das Flugzeug an zu ... tanzen. das waren sehr weite, aber auch sehr weiche elliptische Schwingungen, die ich sogar einschläfernd fand. Mein Freund hatte da Angst, weil die Bewegungen doch ungewöhnlich weit waren. Ich sagte zu ihm, Mach Dir nicht ins Hemd, blöd wird´s erst, wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt. Jep, ich bin richtig gut darin, dumme Sprüche aus Comix-Heften zu zitieren :-)

Also von rund fünfzig Flügen in 23 Jahren gabs wirklich nur zweimal "Bewegungen" in der Luft, die ich bestenfalls als (für Passagiere) ungewöhnlich fand: Das Geschaukel der Iberia maschine über dem Atlantik im Februar 2011 und der Landeanflug der Condor (767) auf Frankfurt - Herrschaftszeiten, da hats einen Tuscher gmacht, da hab ich auch ein bisserl Herzklopfen bekommen. Der Landeanflug an und für sich war ruhig und eigentlich fad (es war wirklich schon der Landeanflug und nicht mehr der Sinkflug), und auf einmal war es so, als ob irgendein zorniger Riese dem Flugzeug mit dem Fuß in die Seite tritt. Nur das, sonst nichts. keine Turbulenzen nachher, der Landeanflug ging sanft weiter und die Landung war auch schön. Horrorszenarien, die oft die Runde machen, wo Kaffeebecher, Hutschachteln und Passagiere an die Decke fliegen, hatte ich noch nie. Dafür meinen Dank an die, die das bisher zu verhindern gewusst haben.

lg/Peter

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