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Traurig, Familie enttäuscht :(

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Moderator: Jürgen

mu-277
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Registriert: Donnerstag 15. August 2019, 20:53

Traurig, Familie enttäuscht :(

Ungelesener Beitrag von mu-277 » Freitag 16. August 2019, 15:20

Hallo Ihr lieben. Ich stelle mich ersteinmal kurz vor. Mein Name ist Marika bin 29 Jahre alt und noch nie in meinem leben geflogen.
Keiner versteht mein Problem. Ich fühle mich alleine gelassen, ärgere mich über mich selbst und habe dadurch wirklich zu kämpfen.

Ich wollte mienen Freund und meiner Tochter zu nächster Woche ein Geschenk machen. Warum? Weil Sie es verdient haben und meine Tochtr sich wünscht mal im MIttelmeer zu plantschen. Die Reise sollte ab Berlin nach Mallorca gehen. Habe alles rausgesucht Airline, Hotel, Fluglinie. Alles im Kopf durchgespielt.

Meine Angst hat mir aber so einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass ich abgesagt habe im Reisebüro. Ich packe das nicht. Ich konnte die letzten Tage einfach nichts mehr essen, trinken, schlafen. Ich kann meine Angst im Ganzen gar nicht so richtig beschreiben. Sie ist einfach da vor einen Flugzeug. Der Absoulute Wahnsinn. Mein Größtes Problem ist das ich den Menschen nicht vertrauen kann. Noch nicht mal den Piloten sondern den die das Flugzeug beladen, Putzen etc. Eine Bimbe verstecken könnten und wir dann sterben müssen. Ich habe kein vertrauen in Sicherheitschecks. Ich war dieses Jahr mit der Aida unterwegs auf der Ostsee und auf ein Par Konzerten und fande die Kontrollen wirklich Miserabel. Ich hätte sonst was mit reinschmuggeln können. Als es an der Schranke bei meinen FGreund gepiept hat meinte er nur es sei sein Gürtel, da wurde dann nichts weiteres geprüft.

Ich stelle mir schon seit meiner Kindheit vor ich sollte besser niemals fliegen weil genau das Flugzeug abstürzt. Mein Vater behauptet das selbe von sich und ich denke das ist in meiner Kindheit hängen gebliben.

Nun sind alle sehr traurig und ich über mich selbst ja auch wirklich sehr. Ich sitze oft da und weine weil ich es einfach nicht packe aber eigentlich will. Ich stelle mir das ganze ja auch schön vor die aussicht und alles aber denke immer daran was ist im Frachtraum versteckt und wer sind die Leute die da mitreisen. Ich keinne keinen. Was wenn ein Attentäter dabei ist . Soll es ja auch schonmal in einer Cola Dose gegeben haben. Und das darf einfach nicht passieren.

Ich bin wirklich sehr sehr traurig. Vielleicht hat einer einen Rat für mich .

Danke schön.

Flug3451
Beiträge: 402
Registriert: Donnerstag 14. Januar 2016, 11:23

Re: Traurig, Familie enttäuscht :(

Ungelesener Beitrag von Flug3451 » Sonntag 18. August 2019, 12:33

Hallo mu-277,

die Trauerzeit ist vorbei, denn eigentlich hast du keinen Grund dafür. Du hast dir etwas zugetraut und hast es versucht, dass es nicht geklappt hat passiert also aufstehen Krone richten und daran arbeiten. :wink: :D Also halte dich nicht daran auf das deine Familie und du enttäuscht und traurig bist. Sie werden es verkraften und werden Möglichkeiten bekommen dich traurig und zu enttäuschen. Leb ihn jetzt vor, wie man mit Angst umgeht. Damit gerade deine Kinder es von dir lernen.
mu-277 hat geschrieben:
Freitag 16. August 2019, 15:20
ch stelle mir schon seit meiner Kindheit vor ich sollte besser niemals fliegen weil genau das Flugzeug abstürzt. Mein Vater behauptet das selbe von sich und ich denke das ist in meiner Kindheit hängen gebliben.
Das kann sein muss aber nicht zwingend, denn dein Urvertrauen hat auch einen Riss irgendwann bekommen oder, da schreib ich mir ja zu Zeit die Finger wund :wink:, durch die Geburt deiner Kinder hat sich die Mama - Kontrollverlustangst eingeschlichen. Alles beide ist behebbar, wie viel Zeit du brauchst kann dir keiner sagen, aber gib dir Zeit und Ruhe und arbeite daran.

Die sichere Variante Angst zu minimieren ist, dass man sein Wissen erweitert was einem Angst macht. Gleichzeitig sollte man eine Entspannungstechnik erlernen, die einen auf der Gefühlsebene hilft den Blick auf die Realität nicht zu verlieren. Infomaterial und eine Vorgehensweise findest du hier: viewtopic.php?f=36&t=3286&p=26591#p26591 .
mu-277 hat geschrieben:
Freitag 16. August 2019, 15:20
Mein Größtes Problem ist das ich den Menschen nicht vertrauen kann. Noch nicht mal den Piloten sondern den die das Flugzeug beladen, Putzen etc. Eine Bimbe verstecken könnten und wir dann sterben müssen. Ich habe kein vertrauen in Sicherheitschecks. Ich war dieses Jahr mit der Aida unterwegs auf der Ostsee und auf ein Par Konzerten und fande die Kontrollen wirklich Miserabel. Ich hätte sonst was mit reinschmuggeln können. Als es an der Schranke bei meinen FGreund gepiept hat meinte er nur es sei sein Gürtel, da wurde dann nichts weiteres geprüft.

Das ist dein Problem und deine Wahrnehmung die Realität sieht anders aus. Die Personen beim Sicherheitscheck sind gut ausgebildet und können eine Situation besser einschätzen als du. Am Flughafen sind mittlerweile fast überall Körperscanner und wenn es da piepst wirst du abgetastet. Keine Chance etwas unerlaubtes rein zu schmuggeln. Komme gerade frisch aus dem Urlaub, jedes mal bin ich dankbar, wenn es nicht piept. Beim Hinflug habe ich Gürtel aus und trotzdem hat es gepiept. Nein, kein Geld oder Schlüssel in der Hosentasche. Wahrscheinlich, waren es die Schuhe, die irgendwo Metall verbaut haben. Ist halt so, ab in die Kabine abtasten fertig. Wie gesagt, deine Beurteilung über das Sicherheitpersonal und deine Wahrnehmung stimmt mit der Realität nicht über ein. Du siehst mehr schwarz als Farbe, daran solltest du arbeiten. Wenn das nämlich so wäre wie du es wahrnimmst, hätten wir weit aus mehr Tote beim Fliegen, Kreuzfahrten und anderswo.
mu-277 hat geschrieben:
Freitag 16. August 2019, 15:20
aber denke immer daran was ist im Frachtraum versteckt und wer sind die Leute die da mitreisen. Ich keinne keinen. Was wenn ein Attentäter dabei ist . Soll es ja auch schonmal in einer Cola Dose gegeben haben. Und das darf einfach nicht passieren.
100% Sicherheit gibt es nirgenswo aber es wir viel gemacht, auch was wir gar nicht mitbekommen, was die Sicherheit bestärkt. Es ist fast nahe zu unmöglich, dass was in den Frachtraum kommt, was da nicht hingehört. Koffer werden auf den Weg zum Flugzeug mehr als einmal durch leuchtet und wenn da was drin ist, was raus muss, kommt er an die Seite und wird geöffnet. Mitarbeiter, die auf dem Rollfeld arbeiten müssen jedesmal, wenn sie das Rollfeld betreten wollen durch die Sicherheitskontrolle, also wenn sie ihren Job antreten Sicherheitskontrolle, gehen sie zur Pause danach Sicherheitskontrolle. Dasselbe gilt auch für das Fliegendepersonal, auch die müssen durch die Sicherheitskontrolle. Du siehst es wird viel gemacht aber die 100% Sicherheit wird es nie geben können. Damit muss du lernen umzugehen, denn ein ist sicher, wenn du das nicht schaffst, kann die Kontrollverlustangst auch weitere Felder deines Lebens belegen.

Wenn du Fragen und Hilfe brauchst, melde dich einfach. Wenn du es wirklich willst findest du auch deinen Weg deine Angst in den Griff zu bekommen, wie schon viele vor dir.

VG
Flug3451

mu-277
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Re: Traurig, Familie enttäuscht :(

Ungelesener Beitrag von mu-277 » Dienstag 20. August 2019, 21:03

Ich danke dir herzlichst für deine Aussage bzw Antwort. Das bedeutet mir wirklich viel. Und ja leider hast du recht ich musste schon einmal eine verhaltenstherapie machen weil ich ständig Schwindel/Angst Anfälle hatte . Hat super geholfen davon bin ich ein Glück befreit .

Ich hoffe das ich das schaffen werde ich würde wirklich alles tun um mein kopfkino zu blenden. Ich würde so sehr gerne mal mit meiner Tochter ins Mittelmeer springen. Ich hab schon überlegt mir einfach mal ganz alleine einen Flug innerhalb Deutschlands zu buchen und versuchen das bewusst zu erleben. Das ist dann ja höchstens 1 Stunde wenn überhaupt.

Mel78
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Re: Traurig, Familie enttäuscht :(

Ungelesener Beitrag von Mel78 » Mittwoch 21. August 2019, 07:54

Hallo und herzlich willkommen,

mir kommt soo vieles von dem, was du in Bezug auf das Fliegen schreibst, bekannt vor. Bis Mai 2016 bin ich auch nie geflogen und konnte mich nicht mal in der Nähe von Flugzeugen aufhalten. Meine Geschichte kannst du hier mal nachlesen:

viewtopic.php?f=15&t=2318

Heute liebe ich das Fliegen. Mit Hin-und Rückflügen stehen mittlerweile (ich glaube) 29 Flüge auf meinem Flugkonto :D Davon einmal New York und zurück. Damit hatte sich für mich der große Traum erfüllt, wegen dem ich erst ernsthaft an dieser Angst gearbeitet habe. Im Dezember geht es nach Miami und von da aus auf Karibik-Kreuzfahrt. Nie im Leben hätte ich das früher für möglich gehalten.

Zu deinen Ängsten bzgl Kontrolle. Konzerte (und auch Stadionbesuche - wir sind Fußballfans) sind in der Tat oft relativ lasch. Auch ich denke mir: Wie leicht könnte ich ein Messer oder sonstiges in meiner Tasche mit ins Stadion bringen. Und auch verbotene Pyro wird ja regelmäßig reingeschmuggelt. Da wird ja auch nichts durchleuctet, sondern nur schnell getastet. Von daher ist das nicht mit den Kontrollen am Flughafen zu vergleichen.

Mal ein Beispiel: Mein Mann hatte einmal die Kameratasche nicht einzeln in diese Kiste gelegt. Sie war noch im Handgepäck. Nachdem sein Koffer durchleuctet war, nahm dieser eine andere Abzweigung und mein Mann wurde befragt. Er musste den Koffer öffnen und obwohl sie dann gesehen haben, dass es nur die Tasche mit Kamera war, wurde noch getestet, ob sich auch keine Sprengstoff- oder Drogenspuren finden würden.

Dass jemand eine Bombe postiert, ist ebenfalls sehr, sehr unwahrscheinlich. Denn natürlich wird auch das Personal kontrolliert. Vor allem sollte dir eines klar sein (war es mir im Kopf lange auch nicht): Ein Bombenanschlag kann dich viel, viel eher an sämtlichen anderen Stellen treffen: In der bahn, im Einkaufszentrum, vor der Konzerthalle... Überall da, wo man eben gar nicht kontrolliert wird. Da ist der Flieger noch der sicherste Ort vor Anschlägen.

Aber bis so etwas im Kopf bei mir saß, war es eben ein hartes Stück Arbeit. Aber ich habe es geschafft. Und die Belohnung dafür war großartig.

Wobei sich euer Traum vom Mittelmeer doch mit Schiff toll verwirklichen lässt. wir sind früher auch mit Auto oder Bus zu den Häfen gereist (sind auch leidenschaftliche Kreuzfahrer) ;-)

LG mel

Flug3451
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Re: Traurig, Familie enttäuscht :(

Ungelesener Beitrag von Flug3451 » Mittwoch 21. August 2019, 09:50

Anders als bei Mel, ich kann das beurteilen :wink: , liegt bei dir ja etwas vor, was deine Angst immer wieder befeuert. Verhaltenstherapie, auch da spreche ich aus eigener Erfahrung, kratz nur an der Oberfläche und kommt nicht an die negativen Gefühle, die dich so im Griff haben, dass du nicht selbst entscheiden kannst, was Realität ist oder was nicht. Viele Mitglieder, die genauso auf dieser Ebene gekämpft haben wie du, haben oft gesagt, ich weiß das Fliegen sicher ist aber ich kann es für mich nicht anwenden. Lange habe ich gedacht, wie viele Seminaranbieter, es reicht Wissen und eine irgendwelche Atem-/ Entspannungstechnik. Aber seit dem ich mich mit MET und EFT auseinandergesetzt habe, weiß ich, dass das nicht so ist, weil besonders negative Gefühle eine enorme Stärke haben um das zu verhindern, wo sie dich in Gefahr sieht. Wie mir ein Mitglied mal geschrieben hat, sie stellen Stoppschilder und Hindernisse auf, damit das neue Wissen nicht im Kopf ankommt. Unter diesen Umständen solltest du noch keinen Flug riskieren, sondern erst mal dein Wissen zum Luftverkehr aufstocken und mit einer Entspannungstechnik, wie EFT oder MET, deine Vergangenheit bearbeiten, damit sie dir nicht weiter hin im Wege steht. Den nochmal kein Kind wird mit Angst oder Schwindel geboren, sondern durch ein Erlebnis setzen sich diese negativen Gefühle im Körper fest und dagegen sollte man was tun.

Ich habe heute morgen mal geschaut, wie die Lage auf des Flugangst - Seminaranbietermarkt aussieht, was MET oder EFT angeht. Ich war doch überrascht, dass auch dort ein umdenken statt gefunden hat. Nicht unbedingt bei den gängigen Anbietern aber es gibt div. Anbieter, die MET oder EFT mit in ihre Flugangstbewältigung genommen haben, weil sie auch erkannt haben, dass hinter einer Flugangst auch was stecken könnte, dass gar nicht mit dem Fliegen zu tun haben könnte. Vielleicht suchst du mal selber und findest jemand in deiner Nähe, mit dem du das gemeinsam vor Ort durchziehen kannst.
Mel78 hat geschrieben:
Mittwoch 21. August 2019, 07:54
Wobei sich euer Traum vom Mittelmeer doch mit Schiff toll verwirklichen lässt. wir sind früher auch mit Auto oder Bus zu den Häfen gereist (sind auch leidenschaftliche Kreuzfahrer)

Wer gerne Auto oder Bus fährt, kann das mit Sicherheit gerne tun aber ich nehme lieber den Flieger als 18h mit dem Auto oder Bus zu fahren. Denke mit grausen an meine Busfahrten, die gefühlt kein Ende nahmen, nach Kroatien oder mit dem Auto nach Ungarn. Ne, da ist mir der Flieger in 1-2h Flugzeit lieber. :wink: :D

Und leider nicht wirklich eine Lösung für das generell vorliegende Problem.

Mel78
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Re: Traurig, Familie enttäuscht :(

Ungelesener Beitrag von Mel78 » Mittwoch 21. August 2019, 12:25

Naja, es geht auch, wenn man nicht soo gerne Bus oder Auto fährt, aber eben den Traum gerade etwas schneller für zum Beispiel die Familie erfüllen will ;-) Klar ist fliegen angenehmer (so man keine Angst hat). heute würde ich mir das auch nicht mehr per Bus oder Auto antun :mrgreen: Aber wenn es vielleicht ein wenig den Druck nehmen würde, weil sie es der Familie gerne ermöglichen möchte, aber mit der Flugangst noch nicht soweit ist.. Dann wäre die Lösung nicht die schlechteste. Klar: Das Problem der Flugangst sollte sie trotzdem angehen.

LG mel

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