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Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

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Moderator: Jürgen

RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Samstag 11. April 2009, 23:18

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Mecki
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Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von Mecki » Sonntag 12. April 2009, 00:42

Eigentlich wollte ich nicht das Berufsbild eines Piloten " nur"(!) auf Mädchen reduzieren. Viel mehr ging es mir darum zu zeigen, welch naive Vorstellungen es über den Pilotenberuf doch gibt. Okay, das war eine Stilblüte aus der Feder eines 10-jährigen Knaben. Aber die Erwachsenen stehen doch in keinster Weise nach. Was ich schon für irrige Klischees über den Beruf eines Piloten erfahren habe, lassen mir die Haare zu Berge stehen. ( Und die sind bei mir sehr lang) Einige von vielen Beispielen gefällig? Aber gerne doch...

> Angehende Piloten dürfen nicht eine einzige Zahnfüllung haben
> Sie dürfen keine Brille tragen
> brauchen um an der Flugschule zugelassen zu werden einen Abiturnotendurchschnitt im 1-er Bereich - praktisch einen NC -, da die Zulassung von der ZVS(!) geregelt wird
> ...hab auch irgendwo erfahren ( Fragt mich jetzt nicht wo,) dass sogar das " Latinum" Voraussetzung sein soll, um Pilot zu werden.
> dann noch die hanebüchende Vorstellung, dass Co-Piloten noch keine " richtigen"(!) Piloten sind, sondern sich noch in einer Phase des Lernens befinden, praktisch noch " Lehrbuben" ( ! ) sind...ach, und noch vieles mehr an Unsinn....

Irgendwo schon merkwürdig, dass einerseits die Leute sich solchen fähigen, hochrespektablen Menschen anvertrauen, aber andererseits über deren Ausbildung nichts- aber auch gar nichts - wissen.

Okay, kommen wir zu einem anderen Thema. Die Vorlage hab ich ja bereits, wenn auch nicht unbedingt beabsichtigt, aber trotzdem irgendwie gegeben. :mrgreen: Meine Frage: Warum sind eigentlich Schiffe immer weiblich? Nicht nur die auf dem Wasser, sondern auch die in der Luft? Gibt es dafür irgendeinen Grund, der vielleicht in der Historie der Schifffahrt liegt - und dann auf die Luftfahrt übertragen wurde? Es heißt ja die Boeing, die MD-11 usw. Aber es heißt der Airbus - klar, aber nur deswegen, weil der letzte Wortteil eben der Bus ist, also maskulinen Geschlechts.

Aber ich hab doch tatsächlich in einem Buch gelesen von der Typenbezeichnung die( !?) A320. Ich mein, das " A" steht doch für Airbus, und der wiederum hat im Deutschen ein maskulines Geschlecht. Na was nun? Heißt es jetzt der A320 oder die A320? Hmmm, wer kann mir aus meiner Verwirrung helfen?

Fragende Grüße
die Mecki

RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Sonntag 12. April 2009, 09:32

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RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Sonntag 12. April 2009, 10:13

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Air-Busfahrer
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Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von Air-Busfahrer » Sonntag 12. April 2009, 14:40

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Mecki
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Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von Mecki » Sonntag 12. April 2009, 15:51

Hallo Ronja,

vielen Dank für Deine beiden interessanten Beiträge. Ich hab mich jetzt auch nochmal schlau gemacht und weitere Theorien gefunden, die für eine enge Verbindung zwischen Frauen und Schiffe hindeuten. Es würde aber jetzt den Rahmen sprengen, weitere Aspekte hier miteinfliessen zu lassen. Zu Deinem letzten Satz: Ja, es gibt eine enge Parallele zwischen der Schifffahrt und der Luftfahrt. In den Anfängen der Luftfahrt hat man sich an der Seefahrt, die ja auf eine viel längere Tradition zurückblickt, orientiert und deren Fachbegriffe übernommen. z.B. das Geschwindigkeitsmaß Knoten ( basiert auf der nautischen Meile und wird sowohl in der Schifffahrt als auch in der Luftfahrt verwendet), oder ( Flug)-hafen, der Kapitän als oberster Befehlshaber ( sowohl auf Schiffen wie auch in Flugzeugen) usw.

@Air-Busfahrer
"Fliegst Du jetzt schon richtige Flugzeuge?" - Ja, denn Falsche fliegen nicht.
"Fliegst Du schon mit echten Passagieren?" - Na jedenfalls steigen da welche ein, ob Sie echt sind hab ich nicht gefragt...
"Hast Du nicht manchmal Angst?" - Doch pausenlos, deshalb muß ja auch die Cockpittüre geschlossen bleiben, damit man mich nicht schreien hört und ich nicht weglaufen kann.
:mrgreen: Herrlich - einfach nur genial in so einer Sitation solch schlafertige Antworten geben zu können. :mrgreen: Und, was passiert dann? Ist dann die liebe Verwandtschaft mundtot oder wird da noch weiter gebohrt?

Air-Busfahrer
Pilot Airbus A320
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Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von Air-Busfahrer » Sonntag 12. April 2009, 17:04

Nein, da gibt es so zwei Härtefälle, gegen die gibt es einfach kein Mittel... :mrgreen:

RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Sonntag 12. April 2009, 17:09

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RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Sonntag 12. April 2009, 17:44

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Bruchpilot

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von Bruchpilot » Dienstag 14. April 2009, 10:27

Mecki hat geschrieben:Es heißt ja die Boeing, die MD-11 usw. Aber es heißt der Airbus - klar, aber nur deswegen, weil der letzte Wortteil eben der Bus ist, also maskulinen Geschlechts.
Genau das ist bekanntlich im Deutschen die Regel: der zweite Wortteil ist bestimmend. Das Haus - die Haustür, das Auto - die Autobahn, die Bahn - der Bahnhof (bisschen Sendung mit der Maus, für unsere - wie wir jetzt wissen - zahlreich mitlesenden lieben Kleinen :mrgreen: )...
Mecki hat geschrieben:Aber ich hab doch tatsächlich in einem Buch gelesen von der Typenbezeichnung die( !?) A320. Ich mein, das " A" steht doch für Airbus, und der wiederum hat im Deutschen ein maskulines Geschlecht. Na was nun? Heißt es jetzt der A320 oder die A320? Hmmm, wer kann mir aus meiner Verwirrung helfen?
Kaum irgend jemand. Wie oft im Deutschen geht das sprachlich alles sehr durcheinander und unlogisch vonstatten (von Statten?):

- der A 320 (weil das A für "den" Airbus steht)
- auf der anderen Seite heißt es "der" Jumbojet, aber "die Boeing 747"
- "die Ju 52" (weil alte Tante?)
- "die Concorde", aber "das Überschallflugzeug"

Bei Autos isses noch komplizierter: die Bayerischen Motorenwerke, aber der BMW 07 (bei Autos), aber die BMW F 650 (bei Motorrädern) und die BMW Isetta bei Oldtimern...

Herr Sick, übernehmen Sie!

RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Dienstag 14. April 2009, 22:53

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Bruchpilot

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von Bruchpilot » Mittwoch 15. April 2009, 09:16

RonjaRäubertochter hat geschrieben:Die Aufregung ist groß. Die meiner mitreisenden Kollegen übrigens auch, einer von ihnen hat heute die anderen gefragt, auf was er sich einstellen muss, wenn er mit mir fliegt.
Ich würde im Kollegenkreis gar nicht so viele Worte darüber verlieren. Oder, noch besser, eine andere Strategie fahren. Bei der nächsten Kaffeepause auf die Frage "Na, und - immer noch Flugangst?" würde ich locker lässig lächelnd verkünden: "Och nö, geht eigentlich, ich hab dagegen Autogenes Training gemacht/Flugangstbuch gelesen... (was auch immer), und das funktioniert super!" Damit schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens beruhigst Du Dich selbst, und zweitens wirst Du nicht dauernd durch Kollegenbemerkungen in Deiner Angst bestätigt (nach dem Motto: oh, die finden ich hätte Flugangst, dann muss ich auch welche haben).
RonjaRäubertochter hat geschrieben:Und ansonsten verabschiede mich schon von allen Leuten, die ich gern hab' ... nur für den Fall der Fälle. Dumm nicht? Aber mir geht's damit recht gut.
Naja... alles was Dir gegen Flugangst hilft ist gut, aber ich glaube bei einem ganz normalen deutschen oder europäischen Inlandsflug muss man sich nicht unbedingt vorher die letzte Ölung holen... :D
RonjaRäubertochter hat geschrieben:Ach ja, einen Zettel mit den Worten "Tante Lotte, Adelheid, Klavierlehrerin, Turbulenzen = Luftwellen..." und anderen gedanklichen Hilfsankern habe ich auch dabei.
*lol* na da hab ich ja was angerichtet.... aber klar ist das okay! Wenn es Dir hilft, kannst Du Dir ja auch eine kleine Stoffschildkröte kaufen, eine ganz winzige, die niemand sieht (vor allem nicht Deine KollegInnen!), und nimm sie im Handgepäck mit. Frei nach der Devise: legitim ist, was die Nerven beruhigt.

EDIT: Schau mal was ich hier gefunden hab. So ein Schlüsselanhänger fällt nicht auf - und was er bedeutet, musst du ja nicht dazusagen... :P :P

RonjaRäubertochter

Re: Das Berufsbild eines Piloten aus Sicht eines Kindes

Ungelesener Beitrag von RonjaRäubertochter » Mittwoch 15. April 2009, 21:04

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