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Absacken der Maschine

Verfasst: Freitag 14. Februar 2020, 11:48
von Mopfrisur
Liebe Leute,

das Forum hier hat mir geholfen meine Flugangst zu bewältigen mit Hilfe der Klopftechnik.

So bin ich letzten November angstfrei und ganz entspannt nach Ägypten geflogen und mein Rückflug ist für 30.März geplant.

Jedoch ist folgendes passiert:

Vergangenen Sonntag hatte ich einen Inlandsflug. Obwohl es windig war stieg ich angstfrei in die Maschine. Neben mir saß ein Einheimischer der monatlich weltweit fliegt, wie er mir berichtete.

Kurz nach dem Abheben wackelte die Maschine bedenklich stark und sackte immer wieder stark ab. Mein Sitznachbar meinte: "That is not normaly. That is Not normaly." Mich erfasste eine Panik. Trotz Blutdrucktabletten raste mein Puls.Ich dachte wir stürzen gleich ab und krallte mich an den mir fremden Sitznachbar.

Ich schaute unentwegt ob der Flieger steigt oder sich neigt. Als wir dann endlich die Flughöhe erreichten sagte mein Sitznachbar nochmal:"That was not normaly". Auch während dem Flug ab und an starkes wackeln. Es gab aber keine Ansagen aus dem Cockpit.

Das war so schlimm, dass ich jetzt eine schlimmere Flugangst habe als je zuvor. Zu meinen, Jetzt ist es gleich vorbei.

Wie soll ich in 6 Wochen in den Flieger steigen mit solchen Gedanken?

Brauche eure Hilfe. Danke und

viele Grüße zum Valentinstag

Re: Absacken der Maschine

Verfasst: Freitag 14. Februar 2020, 12:02
von Roichi
Moin,

nur weil derjenige öfter fliegt, heißt das nicht, dass er tatsächlich eine qualifizierte Aussage treffen kann, was normal ist.
Durchstarten ist auch normal, dennoch kann man jahrelang oft fliegen, ohne das einmal zu erleben. Für Flugzeug und Crew ist das aber völlig normal.

Das Gefühl des Absackens wird auch durch eine verminderte Steigrate ausgelöst. Wie wenn der Aufzug beim hochfahren kurz vor der Etage anfängt zu bremsen. Da die Wahrnehmung des Menschen nur Beschleunigungen erfasst und keine Geschwindigkeiten, kann diese falsche Information zustande kommen. Ebenso verhält es sich mit Positionen und Rotation. Ohne optischen Bezug, also Blick auf ein Referenzobjekt, dass bekannt, fest und in erfassbarer Entfernung ist, täuscht der Bewegungssinn oft.
Dehalb fühlt sich das Wackeln und auch die Ändrung der vertikalen Geschwindigkeit im Flugzeug meist deutlich heftiger an, als es eigentlich ist.
Ein Beobachter von draußen würde vermutlich nur ein leichtes Wackeln sehen.

Re: Absacken der Maschine

Verfasst: Freitag 14. Februar 2020, 13:20
von Mopfrisur
Aha. Das kann ich trotz Aufregung im Moment sogar nachvollziehen. Das würde bedeuten: es war gar keine Notsituation sondern im Rahmen des "Annehmbaren"?

Dennoch habe ich dieses schlimme Gefühl, wie noch nie da gewesen, dass ich nun wüsste wie es vor einem Absturz ist. Zumindest von meiner Gefühlslage. Oder ist es nur eine Kopfsache?

Danke für Deine Antwort.

Re: Absacken der Maschine

Verfasst: Freitag 14. Februar 2020, 14:07
von Roichi
Ist nur Kopfsache.
Vor einem Absturz warst du ganz sicher nicht. Und auch nicht in einer Notsituation.
Nur ein wenig Gewackel mit dem das Gehirn nicht so gut klarkommt.

Re: Absacken der Maschine

Verfasst: Freitag 14. Februar 2020, 22:57
von Mopfrisur
Danke Roichi. Deine Antwort nimmt eine schwere Last von mir.