Wetter in der Fliegerei

Wetter in der Fliegerei

Selbstverständlich hat das Wetter einen nicht geringen Einfluss auf die Fliegerei. Man braucht sich jedoch keine Sorgen machen, wenn man bei schlechtem Wetter zur Startbahn rollt, denn in diesem Fall ist die Sicherheit gewährleistet – ansonsten würde es keine Starterlaubnis geben.

Schon vor dem Flug versorgt sich der Pilot über die Wetterverhältnisse für die gesamte Flugstrecke. Schlechtwettergebiete werden um- oder überflogen, wobei dies oft ein Zugeständnis an den Komfort der Passagiere ist und nicht immer nur Gründe der Sicherheit hat.

Turbulenzen beim Flug

Dass die Luft nicht ruhig ist, sondern ständig in Bewegung, merken wir auch auf der Erde (Wind, Sturm…). Dies hat natürlich Auswirkungen auf das Fliegen, denn durch die verschiedenen Luftströmungen kann es immer wieder Phasen von unruhiger Luft geben. Man muss sich dies vorstellen wie Wellenauf dem Wasser.

Turbulenzen können zwar unangenehm sein, aber nicht gefährlich. Ein Flugzeug ist für ein vielfaches der Belastungen gebaut, die bei einem Flug auftreten können.
Turbulenzen können ein Flugzeug nicht zum Absturz bringen. Dies ist besonders für Menschen mit Flugangst eine nützliche Information. Man sollte dennoch darauf achten immer angeschnallt zu bleiben, da Turbulenzen auch ohne Ankündigungen auftreten können und so ein Verletzungsrisiko besteht.
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Wind

Grundsätzlich startet ein Flugzeug immer in die Richtung, aus der der Wind kommt. Das hat den Vorteil dass die Startphase kürzer ist, da die nötige Startgeschwindigkeit immer gegen der umgebenen Luft gemessen wird. Somit wird die tatsächliche Startgeschwindigkeit um die Windgeschwindigkeit reduziert.

Winde können zu Turbulenzen führen, die zwar unangenehm, aber nicht gefährlich für das Flugzeug sind. Gefährlich können so genannte Scherwinde sein, auch böige Fallwinde genannt. In Bodennähe (bei der Landung) stellen sie eine Gefahr für das Flugzeug da. Scherwinde werden von betroffenen Flughäfen überwacht und im kritischen Fall wird keine Landeerlaubnis erteilt.

Regen in der Fliegerei

Regen, auch Starkregen, stellt für ein Flugzeug keine Gefahr da. Allerdings kann er dazu führen, dass bei einer schlechteren Start- und Landebahn, bei der die Wassermassen nicht sofort abfließen, Aquaplaning entsteht. Im Regelfall wird das Flugzeug in solch einem Extrem zu einem anderen Flugplatz umgeleitet. Hohes Risiko wird in jedem Fall vermieden.

Winter/Schnee

Im Winter haben die Flughäfen ein enormes Arbeitsaufkommen, um die Start- und Landebahnen eis- und schneefrei zu halten. Bei extremem Wetter kann es auch zur vorübergehenden Sperre der Start- und Landebahnen aus Sicherheitsgründen kommen.

Bei Vereisungsgefahr werden die Flugzeuge vor dem Start mit einer Enteisungslösung abgesprüht. Diese lässt Eis schmelzen und verhindert, dass sich vor dem Start weiteres Eis, vor allem auf den Tragflächen, bilden kann. Hohe Fluggeschwindigkeiten im Reiseflug führen zur aerodynamischen Erwärmung und lassen keinen Eisansatz zu. Zudem sind die Flügelkanten beheizbar.

Hitze

Hitze hat auf das Flugzeug keine sicherheitsrelevante Auswirkungen. Allerdings hat die Hitze Auswirkungen auf den Kerosinverbrauch: Die Triebwerke arbeiten nicht mehr so effektiv, sodass mehr Kerosin benötigt wird.

Gewitter: Blitzeinschlag am Flugzeug

Da das Flugzeug ein Faradayscher Käfig ist, kann selbst ein direkter Blitzeinschlag dem Flugzeug nichts anhaben. Man wird zwar einen Schreck bekommen und einen Knall hören, aber das Flugzeug selbst wird nur einen kleinen Lackschaden an der Einschlagstelle davon tragen. Siehe auch nachfolgendes Video:

Übrigens zählen Unwetter zu den „außergewöhnlichen Umständen“ bei Verspätungen in der Fliegerei. Genau wie im Falle eines Streiks entfällt für die Airline bei wetterbedingter Verspätung die Pflicht zur Entschädigung. Weitere Infos zum Thema Flugverspätung finden Sie z.B. hier.

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